Egal ob traditionell gestaltet oder modern, jedes Brautpaar stellt sich den schönsten Moment im Leben ganz unterschiedlich vor und so muss sich auch ein guter Hochzeitsfotograf stets auf sein Hochzeitspaar einstellen können. In meinen Augen ist dies der wichtigste Schritt auf dem Weg zu schönen Bildern. Aus diesem Grund halte ich es auch nicht für sinnvoll einen Festpreis für Hochzeitsdokumentationen- oder shootings zu nennen. Im Laufe der Zeit habe ich z.B. verschiedene Modelle erarbeitet, die auch in der Rubrik Preise einzusehen sind und an denen ich mich orientiere, doch passe ich diese an die individuellen Wünsche des Paares an; maßgeschneidert für ihren besonderen Hochzeitstag. Zeitlich sowie inhaltlich sind wir somit sehr flexibel, denn Ihr sollt Euch schließlich nicht wie eine Massenware vorkommen!

Doch was kostet nun eigentlich ein Hochzeitsfotograf und sind diese Preise wirklich gerecht? Im Folgenden möchte ich Euch gerne in einem ersten Schritt die Arbeit eines Hochzeitsfotografen vorstellen und zeigen, wie sich Preis und Leistung zueinander verhalten. Des Weiteren werde ich Euch in Zukunft auch die gängigen Angebots-„Pakete“ oder Zeitmodelle vorstellen, an denen auch Ihr Euch als Paar orientieren könnt. Bis dahin möchte ich Euch aber abschließend noch ein paar wichtige Tipps mit auf dem Weg geben, die Eure Suche nach dem richtigen Fotografen für Eure Trauung erleichtern sollen.

Ein interessantes Phänomen was ich in den letzten Jahren beobachtet habe ist, dass Hochzeitspaare oftmals zwar wissen, was z.B. die Zeremonie, die Trauringe oder die Feier kosten, jedoch nicht, in welcher Preisspanne ein Hochzeitsfotograf liegen wird bzw. sollte. Vielleicht habe ich an dieser Stelle auch meine einleitende Frage falsch formuliert und hätte fragen sollen: Was ist mir ein Hochzeitsfotograf Wert? Eine moralische Frage, die auch in vielen Hochzeitsforen unter den Fotografen diskutiert wird. Was darf ich verlangen, was ist angemessen und wann wird meine Leistung nicht mehr Wert geschätzt? Unterbewusst gastiert hierdurch sogar eine gewisse Angst, da mit einer Zahl ein Kunde schnell abgeschreckt werden kann, allein voran dann, wenn dieser sich noch keine Gedanken über die Preiszusammensetzung oder anders, über den eigentlichen Arbeitsaufwand hinter der fotografischen Leistung gemacht hat. Mit Preistabellen wird dem Fotografen schnell die Chance genommen sich dem Paar vorzustellen, denn es kauft hier keine teure Uhr, bei der, alleine schon durch den Namen, das Prestige widerspiegelt wird. Hinter der Kamera sollte ein Mensch stehen, der mit Erfahrung, kreativen Ideen und dem richtigen Auge fürs Detail die Hochzeit begleitet. Diesen gilt es zu finden und am Wert zu bemessen.

Viel zu oft bekomme auch ich Anfragen und werde „mit großen Augen angeschaut“, wenn ich dem angehenden Brautpaar einen kalkulierten Preis nenne. So viel Geld für schöne Fotos, kann das sein? Ich möchte Euch an dieser Stelle aber einmal zeigen, dass Hochzeitsfotografen oftmals alles Andere als überteuert sind. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, jedoch ist es auch bei den ehrlichen Fotografen und in den meisten Fällen schlichtweg nicht möglich einen geringeren Preis anzusetzen, auch wenn jene dies gerne tun würden.

 

Wie setzen sich die Preise zusammen?

Ein großes Onlineportal hat jüngst über 500 Fotografenangebote bundesweit miteinander verglichen und eine sehr interessante Statistik aufgestellt: Bei z.B. einer Reportage von ein bis drei Stunden schwanken dabei die Preise von 150 bis 1400€, der Durchschnitt liegt bei 470€. Auch wenn die Betreiber deutlich darauf hinweisen, dass jedes Angebot andere Leistungen beinhaltet und somit der Preis nur bedingt aussagekräftig sei, so scheinen solche Zahlen von beiden Seiten, also sowohl vom Brautpaar als auch von jenen Fotografen, die sich noch in der Phase der Preisgestaltung befinden, als Messlatte zurate gezogen zu werden. Doch das sollten sie nicht, denn jeder Fotograf hat einen anderen Leistungsaufwand und dieser ist immer recht hoch, mal abgesehen von der zusätzlichen Konzentration und Verantwortung. Wenn überhaupt können solche Zahlen als eine erste Orientierung dienen, denn es gilt:

 

Es gehört mehr dazu, als nur zu fotografieren!

Ich für meinen Teil lege großen Wert darauf meine Brautpaare vor ihrer Hochzeit kennenzulernen, denn nur dann kann ich meine Arbeit auch richtig machen und auf die Bedürfnisse der Paare eingehen. Der Fotograf, der Eure Hochzeit begleitet, ist schließlich zum Teil den ganzen Tag im Einsatz und / oder an Eurer Seite, von daher muss auch die Chemie zwischen beiden Seiten stimmen und im Vorfeld gemeinsam geplant werden, was genau fotografiert werden soll. Erst hier entsteht die Basis für ein kalkulierbares Angebot der fotografischen Leistung. Natürlich sind die Preise von Region, dem herrschenden Angebot und der Nachfrage verschieden, doch muss ich als Fotograf den Preis auf die gesamte Zeit verteilen, welche ich für die Hochzeit aufwende und dabei geht es mit Nichten nur um die reine Einsatzzeit. Gerade hier wird jedoch seitens des Kunden einiges unterschätzt. Aus diesem Grund möchte ich Euch gerne einen kleinen Einblick in meinen fotografischen Aufwand zeigen.

Zeitaufwand als Balkendiagramm

Mein Diagramm spiegelt dabei den Fotoeinsatz einer durchschnittlichen Hochzeit wieder, egal wie lange diese dauert. Ich beziehe mich dabei rein auf die Erfahrungswerte meiner Arbeit. Bei anderen Fotografen kann das Ganze eventuell ganz anders aussehen und aus diesem Grund schwanken die Preise. Vor- und Nacharbeit dürfen hierbei ebenso wenig außer Acht gelassen werden wie der eigentliche Einsatz: Einerseits die Kundenakquise, also die Kontaktaufnahme und das Vorgespräch und andererseits die Einsicht der Bilder nach der Trauung sowie die Nachbearbeitung und Bereitstellung der Aufnahmen. Diese beiden Schritte sind ebenso zeitintensiv und gerade die Nachbearbeitung kann ein richtiger Zeitfresser sein, wenngleich diese natürlich von der Routine und der Gründlichkeit des Fotografen abhängt. An dieser Stelle erkläre ich dem Brautpaar immer das Verhältnis an folgende Faustformel: 1/2:1:3Dies bedeutet, dass die Planung und Vorbereitung mindestens die Hälfte und die Nachbearbeitung sogar das Dreifache an Zeitaufwand bedeutet, wie der eigentliche fotografische Einsatz bei der TrauungBei einer z.B. Acht-Stunden-Hochzeit benötigt der Fotograf im Schnitt 24 Stunden für die Nacharbeit. Er ist also nicht acht, sondern 32 Stunden im Einsatz. In Prozentzahlen verhält sich das Ganze wie folgt:

 

Zeitverhältnis einer Hochzeit

Zwei Drittel der Zeit investiert ein Fotograf folglich in Abwesenheit des Brautpaares und deshalb können die Angebote auf den ersten Blick, und ohne diese Kenntnis viel zu hoch wirken. Wenn sie nicht selbst schon einmal an einem Fotoshooting teilgenommen habe, kennen die Paare nicht das Engagement, das der Fotograf nach dem Hochzeitstag aufwendet, um die Bilder nicht nur zu sortieren, sondern auch in ihrer Qualität zu optimieren. Und gerade hier trennt sich in den meisten Fällen die Spreu vom Weizen; gerade hier wird diese Qualität der Bilder definiert. Ein besonders günstiger Preis kann also vielleicht alleine schon deshalb entstehen, weil der Fotograf z.B. reine Dokumentationsbilder abgeben und keine davon nachbearbeiten wird. Von daher gilt:

 

 Auf weitere Zusatzleistungen achten!

Auf einer Hochzeit passieren so viele verschiedene Ereignisse, dass sich viele Fotografen dazu entscheiden, entweder mit einem Partner oder Assistenten zu fotografieren. Es entstehen dadurch Momente, die aus zwei Blickwickeln festgehalten werden und viel mehr die Emotionen des Tages einfangen können oder Portraitbilder, die gerade durch eine Assistenz und dessen Ausleuchtung besonders charakterstark wirken und das gewisse Etwas bekommen. Auch dieser s.g. „Second Shooter“ möchte für seine Arbeit natürlich bezahlt werden. Teilweise bieten Fotografen aber auch Leistungen an, in denen spezielle Hochzeitsfotoshootings enthalten sind, beispielsweise:

Ist im Angebot vielleicht auch ein Fotobuch enthalten oder legt der Fotograf genau wie ich besonderen Wert auf eine gewisse „Haptik“ bei der Übergabe? Wird also nicht nur einfach eine DVD, sondern eine schön gestaltete und edle Hochzeitsbox, mit kleinen Erinnerungen des Tages übergeben? Mittlerweile arbeite ich sogar exklusiv mit Manufakturen zusammen, dessen Fotobücher für Privatpersonen nicht zu beziehen sind und dadurch einen einzigartigen Charakter bekommen. Die Qualität ist für mich einfach wichtiger als Quantität, denn das Paar möchte sich gerne an ihren Tag erinnern, wenn sie ihr Buch oder ihre DVD in die Hand nehmen. Solche Gedanken und Leistungen machen einen besonderen Fotografen aus. Sie schaffen einen gewissen Exklusivcharakter. Blickt das Paar dann auf ihren Tag zurück, wird schnell klar: Dieser Fotograf war es wert gebucht zu werden.

Die Hochzeitsfotografie zählt zur Königsklasse und erfordert viel Engagement und Verantwortung vom Fotografen. Seine Erfahrung und das Equipment unterscheiden ihn dabei ebenso deutlich vom Amateur. Aus diesem Grund solltet Ihr Euch immer bewusst darüber sein, dass der richtige Hochzeitsfotograf immer seinen Preis wert sein sollte.

 

Drei Tipps für eure Fotografensuche!

Ich möchte Euch abschließend noch drei Tipps mit auf den Weg geben, die ich meinen Paaren beim Gespräch immer ans Herz lege und die Euch bei der Qual der Wahl sowie der Suche nach dem richtigen Hochzeitsfotografen helfen sollen.

Tipp Nr. 1

Auf der Suche nach dem richtigen Hochzeitsfotografen sollte gelten: Habt einen besonderen Blick auf seine Arbeit, seine Bilder und weniger auf den Preis. So plump es klingen mag: Geld werdet Ihr wieder verdienen können, doch die Erinnerungen sind unwiederbringlich. Eure Hochzeit kann schließlich kein zweites Mal fotografiert werden! Anhand seiner Bilder seht Ihr schnell, ob Euch sein Stil und die Qualität der Bilder gefallen.

Tipp Nr. 2

Liegt Euer Fokus dennoch primär auf dem Preis, weil beispielsweise das Budget es nicht anders zulässt, achtet auf die Zusatzleistungen des Fotografen. Ist sein Angebot transparent gestaltet oder müsst Ihr für jedes Bild in höherer Auflösung oder ohne ein Wasserzeichen extra zahlen? Bietet er Euch nur unbearbeitete Bilder oder stattdessen ein erweiterbares Paket an, wodurch die Hochzeit noch unvergesslicher wird, wie beispielsweise durch ein mobiles Studio (Photobooth / Fotobox) oder exklusiven Hochzeitsalbum?

Tipp Nr. 3

Trefft Euch auf jeden Fall mit dem Fotografen, egal ob er nun 800€, 1600€ oder 3000€ kalkuliert. Gebt ihm die Chance seinen Preis zu erklären und oftmals ergibt sich in den meisten Fällen ein gewisser Spielraum, denn ein Angebot bleibt ein Angebot und soll keine Mauer darstellen, die es zu überwinden gilt. Entscheidet in erster Linie aber auch, ob Euch der Mensch hinter der Kamera sympathisch ist. Wenn Ihr nicht von ihm überzeugt seid oder eine gewisse Antipathie herrscht, Ihr diese jedoch bucht, weil er der Günstigste ist, werdet Ihr diese Entscheidung spätestens bei der Bildereinsicht bereuen, denn für einen unsympathischen Menschen glücklich auszusehen fällt selbst einem ausgebildeten Schauspieler schwer.
Ich hoffe, dass ich Euch mit dieser kleinen Zusammenstellung die Welt hinter dem Vorhang der Hochzeitsfotografen zeigen konnte. Die meisten Fotografen wollen Euch wirklich nichts Böses oder kalkulieren aus reiner Willkür ihre Preise. Es darf auch nicht vergessen werden, dass von den Aufträgen die komplette Ausrüstung bezahlt werden muss, sowie Versicherungen, anfallende Reparaturen oder laufende Kosten für den Internetauftritt, Werbeanzeigen usw. Auch dürfen nicht die Wochen und Monate vergessen werden, in denen der Fotograf „überwintern“ muss, weil in ihnen kaum geheiratet wird.

Letztlich dürft Ihr bei Eurer Entscheidung eines nicht vergessen: Dieser Tag soll Euer Tag werden, der auch für jeden Fotografen immer wieder aufregend und spannend sein wird und somit von beiden Seiten ohne Zähneknirschen in Erinnerung bleiben sollte.

René Warich Photography

René Warich Photography

www.renewarich.de

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